Der Ökologische Weinbau im Ahrtal
Im ökologischen Weinbau wird auf den Einsatz von mineralischen Düngern, auf Herbizide (Unkrautvernichtungsmittel), Insektizide und chemisch-synthetische Fungizide (Pilzbekämpfungsmittel) verzichtet.
Zur Düngung der Reben werden organische Dünger und Komposte eingesetzt. Eine vielfältige Bodenbegrünung sorgt für eine gute Durchwurzelung und dient der Humusbildung. Sie verhindert auch die unnötige Auswaschung von Nährstoffen in das Grundwasser. Daneben werden Nützlinge angezogen, die bei der Schädlingsbekämpfung behilflich sind.
Zur Stärkung und Gesunderhaltung der Reben werden Pflanzenpräparate, Tonmehle und Algenmehle eingesetzt.
Grundlage unserer Arbeit ist der Boden, auf dem die Rebe wächst. Ihn vor schädlichen Einflüssen zu schützen, seine Fähigkeit, Pflanzen zu ernähren, zu fördern, ist die wichtigste Aufgabe des Ökowinzers im Weinberg. Nur ein lockerer, gut durchwurzelter, nährstoff- und mikrobenreicher Boden ist in der Lage, eine gesunde und widerstandsfähige Rebe gedeihen zu lassen.
Wichtigste Vorraussetzung dazu ist eine artenreiche Begrünung. Sie durchwurzelt den Boden auch in tieferen Schichten und bringt damit Humus und Sauerstoff auch in die Bereiche, in denen die Rebe ihre Nährstoffe sucht. In den Zeiten, in denen die Rebe keine Nährstoffe benötigt (z.B. im Winter), können Begrünungspflanzen diese binden. So wird die schädliche Auswaschung von Mineralstoffen ins Grundwasser verhindert.
Oberirdisch sorgt eine vielfältige Blütenpracht dafür, das Nützlinge angezogen und im Weinberg angesiedelt werden. Sie helfen aktiv bei der Schädlingsbekämpfung.
Ein wichtiger Aspekt ist der Erosionsschutz, der durch eine üppige Begrünung erreicht wird. Dort, wo Böden offen gehalten werden (ohne Begrünung), kommt es häufig zu Auswaschungen und Abschwemmung des Oberbodens.
Wo Nährstoffe in zu geringem Maße im Boden vorhanden sind, werden organische Dünger und Komposte zu geführt. Natürlich zählt dazu auch das Rebholz, das im Winter geschnitten wird, aber auch Rückstände aus der Weinbereitung, wie Trester und Hefe.
Eine Bodenbearbeitung wird nur dann durchgeführt, wenn es notwendig und sinnvoll ist.
Das große Problem im Ökoweinbau sind die Pilzkrankheiten. Die meisten der von uns angebauten Sorten sind mehr oder weniger empfindlich gegenüber den Erregern verschiedener Pilzkrankheiten. Um ohne Chemie auskommen zu können, müssen verschiedene Maßnahmen ergriffen werden, um auf der einen Seite die Bedingungen für Krankheitserreger ungünstig zu gestalten und auf der anderen Seite die Widerstandsfähigkeit der Reben zu erhöhen.
Hier werden zum einen verschiedene anbautechnische Maßnahmen ergriffen, wie zum Beispiel weite Standräume, lockerer Stockaufbau und gute Laubarbeiten. Dies soll die Belichtung der Reben und Trauben verbessern und eine schnelle Abtrocknung der Blätter und Trauben nach Regen und Tau gewährleisten.
Daneben werden Pflanzenpräparate (z.B. Ackerschachtelhalm), Tonmehle und Algenmehle gespritzt. Sie verbessern die Mineralstoffversorgung der Rebe und härten sie ab, so das die Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten zunimmt.
In eingeschränkter Menge dürfen auch Schwefel- und Kupferpräparate zur Pilzbekämpfung eingesetzt werden.
Ökologie im Weinkeller
Bei der Verarbeitung der Trauben und bei der Weinbereitung sind die Unterschiede zum konventionellen Weinbau relativ gering. Immerhin gibt es Behandlungsverfahren und Behandlungsstoffe, die im ökologischen Weinbau nicht erlaubt sind.
In den meisten Fällen handelt es sich aber um Dinge, die in einer modernen Kellerwirtschaft kaum noch Anwendung finden.
Vieles ist eher eine Frage der Betriebsphilosophie.
Ökologische Aspekte kommen auf jeden Fall bei der Benutzung von Maschinen und Reinigungsmitteln in den Blickpunkt. Hier ist eine energiesparende Arbeitsweise gefragt. Beim Einsatz von Reinigungsmitteln sollen umweltschädliche Produkte nicht benutzt werden.
Selbstverständlich wird auf den Einsatz genveränderter Organismen oder Produkte, die aus der Verwendung genveränderter Organismen entstehen, verzichtet.
Kontrolle
Um die Einhaltung aller Auflagen zu gewährleisten, findet eine jährliche Kontrolle statt, die von einer unabhängigen und staatlich zugelassenen Stelle durchgeführt wird.
Es wird sowohl die Außenwirtschaft im Weinberg, als auch die Kellerwirtschaft geprüft. Vom Ökowinzer müssen Aufzeichnungen über die durchgeführte Bodenbearbeitung, Düngung und die verschiedenen Pflanzenpfegemaßnahmen vorliegen.



